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Heizlast­berechnung nach DIN EN 12831

Die Heizlast sagt, wie viel Wärme Ihr Haus am kältesten Tag des Jahres braucht. Sie ist die wichtigste Zahl für jede Wärmepumpe – und wird trotzdem oft nur geschätzt.

Heizlastberechnung nach DIN EN 12831Beispiel: Einfamilienhaus, Auslegung für −12 °C
RaumFlächeSoll-TemperaturHeizlast
Wohnen und Essen38,0 m²20 °C1.680 W
Küche13,5 m²20 °C720 W
Diele14,0 m²20 °C610 W
Gäste-WC3,5 m²20 °C210 W
Schlafen18,0 m²20 °C930 W
Kind 115,5 m²20 °C840 W
Kind 214,5 m²20 °C790 W
Bad11,0 m²24 °C860 W
Arbeiten12,0 m²20 °C660 W
Flur oben8,0 m²20 °C300 W
Heizlast des Gebäudes148,0 m²7,6 kW

Der alte Gaskessel in diesem Haus hatte 24 kW. Wer danach die Wärmepumpe aussucht, kauft sie dreimal zu groß.

Kurz gesagt

  • Die Heizlast wird für jeden Raum einzeln berechnet und in Watt angegeben.
  • Sie bestimmt, wie groß die Wärmepumpe sein muss.
  • Wer nach dem alten Kessel auswählt, kauft meist doppelt so groß wie nötig.
  • Die raumweise Heizlast ist die Grundlage für den Abgleich nach Verfahren B.

Was bei der Heizlast berechnet wird

Ein beheizter Raum verliert ständig Wärme: durch Wände, Fenster, Dach und Boden, und durch die Luft, die beim Lüften und durch Fugen ausgetauscht wird. Die Heizlast ist die Leistung, die nötig ist, um diese Verluste am kältesten Tag auszugleichen.

Wir berechnen sie nach DIN EN 12831 für jeden Raum einzeln. In die Rechnung gehen ein:

  • die Flächen und der Aufbau aller Außenbauteile
  • die gewünschte Raumtemperatur, zum Beispiel 20 °C im Wohnraum und 24 °C im Bad
  • die Norm-Außentemperatur Ihres Ortes
  • der Luftwechsel und die Art der Lüftung
  • die Temperaturen der Nachbarräume

Die Summe aller Räume ergibt die Heizlast des Gebäudes – und damit die Leistung, die Ihre Wärmepumpe haben muss.

Grobe Größenordnungen der Heizlast
Gebäudeje m² Wohnfläche
Neubau nach heutigem Standard30 bis 50 W
Bestand, saniert oder ab etwa 199550 bis 80 W
Altbau, unsaniert100 bis 150 W

Diese Spannen zeigen, warum eine Schätzung nicht reicht: Für dasselbe Haus mit 150 m² liegen zwischen 50 und 100 W je m² ganze 7,5 kW Unterschied.

Drei Wege zur Größe der Wärme­pumpe – nur einer ist genau

Nach dem alten Kessel

„Bisher 24 kW, also wieder 24 kW.“ Alte Kessel waren fast immer viel zu groß, weil das früher wenig ausmachte. Für eine Wärmepumpe ist das die teuerste Methode.

Nach dem Verbrauch

Aus dem Jahresverbrauch lässt sich die Heizlast des Gebäudes grob ableiten. Gut zur Kontrolle, aber ohne Werte für einzelne Räume.

Raumweise nach Norm

Jeder Raum wird berechnet. Nur so entstehen die Zahlen, mit denen sich Wärmepumpe, Heizflächen und Abgleich richtig auslegen lassen.

Zu groß ist teurer als zu klein

Viele glauben, eine größere Wärmepumpe sei die sichere Wahl. Das Gegenteil stimmt. Eine Wärmepumpe läuft am besten, wenn sie lange und gleichmäßig arbeitet.

Wenn die Wärme­pumpe zu groß ist

  • Sie schaltet an milden Tagen ständig an und aus.
  • Der Stromverbrauch steigt, die Arbeitszahl sinkt.
  • Der Verdichter verschleißt schneller.
  • Sie haben für Leistung bezahlt, die nie abgerufen wird.

Wenn sie zu klein ist

  • An sehr kalten Tagen hilft der elektrische Heizstab aus.
  • Das kostet Strom, betrifft aber nur wenige Tage im Jahr.

Richtig ist deshalb die Größe, die genau zur berechneten Heizlast passt.

Aus der Praxis: Einfamilienhaus, 148 m² Beispielwerte

7,6 statt 14 kWergab die Nachberechnung der Heizlast

Nach Abgleich und neuer Heizkurve sank der Stromverbrauch um 31 %.

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